Jobwechsel in Deutschland: Kündigungsfrist, Probezeit und Schriftform einfach erklärt (2026)

Jobwechsel in Deutschland: Kündigungsfrist, Probezeit und Schriftform einfach erklärt (2026)

Du arbeitest in Deutschland, vielleicht seit Jahren, vielleicht erst seit ein paar Monaten, und überlegst, ob ein Wechsel sinnvoll wäre. Bevor du kündigst, solltest du drei Dinge kennen: die Kündigungsfrist, die Regeln zur Probezeit und die vorgeschriebene Schriftform. Dieser Artikel erklärt sie verständlich, ganz unabhängig davon, woher du kommst. Er ist eine allgemeine Information und keine Rechtsberatung.

Die gesetzliche Kündigungsfrist: vier Wochen

Nach § 622 BGB beträgt die gesetzliche Grundkündigungsfrist vier Wochen zum 15. oder zum Ende eines Kalendermonats. Vier Wochen sind 28 Tage, nicht einfach ein Monat. Für Arbeitnehmer bleibt es in der Regel bei dieser Frist, auch wenn du schon viele Jahre im Betrieb bist. Die längeren Fristen nach Betriebszugehörigkeit gelten nur, wenn der Arbeitgeber kündigt.

Wann eine längere Frist gelten kann

Steht im Arbeits- oder Tarifvertrag eine andere Frist, gilt diese. Lies deshalb deinen Vertrag, bevor du rechnest. Steht dort nichts oder wird auf die gesetzlichen Regelungen verwiesen, gelten die vier Wochen.

Probezeit: zwei Wochen Frist

  • Dauer: Eine vereinbarte Probezeit darf höchstens sechs Monate dauern.
  • Frist: In dieser Zeit beträgt die Kündigungsfrist zwei Wochen, ohne Bindung an den 15. oder das Monatsende. Das gilt für beide Seiten, sofern nichts Längeres vereinbart wurde.
  • Ohne Vereinbarung: Ist im Vertrag keine Probezeit vereinbart, gilt von Anfang an die Grundfrist von vier Wochen.

Schriftform: E-Mail reicht nicht

Eine Kündigung braucht nach § 623 BGB die Schriftform mit eigenhändiger Unterschrift auf Papier. Eine E-Mail oder ein einfacher Scan genügt in der Regel nicht. Bewahre einen Nachweis auf, dass dein Arbeitgeber die Kündigung erhalten hat. Die Frist läuft ab dem Zugang der Kündigung.

Reihenfolge: erst der neue Vertrag, dann die Kündigung

Kündige erst, wenn du den neuen Arbeitsvertrag unterschrieben hast. Wer selbst kündigt, ohne eine Anschlussbeschäftigung zu haben, kann beim Arbeitslosengeld Nachteile bekommen, zum Beispiel eine Sperrzeit. Wenn dein neuer Arbeitgeber schneller beginnen will als deine Kündigungsfrist erlaubt, sprecht über einen späteren Starttermin. Rechne den letzten Arbeitstag vorher genau aus.

Wenn du mit einem Aufenthaltstitel arbeitest

Hängt dein Aufenthaltstitel an deiner Beschäftigung, prüfe vor dem Wechsel, ob du den Arbeitgeberwechsel melden musst und ob die neue Stelle die Bedingungen erfüllt. Ein Beispiel ist die EU Blue Card. Unseren englischen Artikel dazu findest du hier: Changing Jobs on an EU Blue Card in Germany. Bei Fragen hilft deine Ausländerbehörde.

Schon vor der Kündigung sichtbar bleiben

Du musst nicht aktiv suchen, um offen für eine gute Gelegenheit zu sein. Auf Jobito legst du ein Profil mit Foto und Vorstellungsvideo an, das verifiziert wird (Identität, Gespräch, Lebenslauf, Sprachkenntnisse). Recruiter können verifizierte Profile ansehen. Die App gibt es im App Store und bei Google Play. Warum das auch ohne aktive Suche sinnvoll sein kann, erklärt unser französischer Artikel Vous travaillez en Europe sans chercher d’emploi ?. Für Elektriker haben wir die Marktlage in Elektriker Jobs in Deutschland 2026 zusammengefasst.

Wichtig, damit es keine falschen Erwartungen gibt: Jobito übernimmt keine Behördenwege und keine Visa und kann keine Stelle garantieren. Die Plattform zeigt ausschließlich vorausgewählte, verifizierte Kandidaten, und wie oft sich Recruiter melden, hängt von deinem Beruf, deiner Region und der Nachfrage ab. Das Anlegen eines Profils ist kostenlos. Die einmalige Gebühr für Verifizierung und Sichtbarkeit erklären wir offen im Artikel Jobito avis 2026 (auf Französisch). Wenn dein Abschluss aus dem Ausland stammt, lies auch unseren Artikel zur Anerkennung ausländischer Abschlüsse.

Deine Checkliste für den Jobwechsel

  1. Lies deinen Arbeitsvertrag und prüfe Probezeit und Kündigungsfrist.
  2. Rechne den letzten Arbeitstag aus (vier Wochen zum 15. oder Monatsende, in der Probezeit zwei Wochen).
  3. Unterschreibe zuerst den neuen Vertrag, dann kündige schriftlich mit Unterschrift.
  4. Prüfe deinen Aufenthaltstitel, wenn er an deine Beschäftigung gebunden ist.
  5. Halte dein Jobito-Profil aktuell, damit Recruiter deine Situation kennen.

Fazit

Ein Jobwechsel in Deutschland ist gut planbar, wenn du Frist, Probezeit und Schriftform kennst. Erst der unterschriebene neue Vertrag, dann die schriftliche Kündigung, und dazwischen ein Profil, das für Recruiter sichtbar bleibt: So behältst du die Kontrolle über deinen nächsten Schritt.

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